Die Ausbildung


Die Ausbildung zum Gold- und Silberschmied dauert 3 ½ Jahre. Man kann zwischen den  drei Fachrichtungen Schmuck, Juwelen und Ketten wählen. Ausgebildet wird nach dem Ausbildungsrahmenplan von 1992.
      
Im Berufskolleg Essen – Ost werden die Goldschmiede einmal in der Woche in Fachklassen unterrichtet, darüber hinaus gibt es Werkstatt- und Projektwochen.
In Münster werden in der überbetrieblichen Ausbildung Gravieren, Edelsteinfassen und
Silberschmieden durchgeführt.

 

 

 Das Berichtsheft


Es soll zusätzlich zu den Tagesberichten alle 14 Tage ein Eintrag mit entsprechender Zeichnung (Kundenzeichnung  und Technische Skizze) vorgenommen werden. ( pro Bericht, Kundenzeichnung oder Technische Skizze sollen 1 1/2 Std nicht überschritten wewrden). Die Berichtshefte sollen alle 2 Monate vom Ausbilder unterzeichnet werden

 Das Berichtsheft wird erstmalig bei der Zwischenprüfung dem Prüfungsauschuß vorgelegt.

 Die Zwischenprüfung


Die Zwischenprüfung vor dem Ende des 2. Ausbildungsjahres dient zur Ermittlung des Ausbildungsstandes.
Sie findet immer um Ostern herum statt.

 Zur schriftlichen Prüfung gehört auch eine praktische Aufgabe. Der Prüfling soll in höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und während dieser Zeit soll er in 60 Minuten unter Anwendung von Gestaltungskriterien eine Fläche selbst gestalten.

 Für die freie Gestaltung wird entweder eine Säge- oder eine Lötarbeit vorgegeben. Das Stück sollte bestehen aus einer Fassung + Einpassarbeit + Belötung oder  mit einer Bewegung (Ösen / Scharnier) + Biegearbeit + Sägemuster

  Die Gesellenprüfung


Für das Gesellenstück wird frühzeitig ein Thema bekannt gegeben.

Bei der Vorlage der Zeichnungen für das Gesellenstück sind vorzulegen:

  • Berichtshefte ab der Zwischenprüfung
  • Zwei unterschiedliche Kundenzeichnungen in Farbe, geringfügige Abweichungen bei der
    2. Kundenzeichnung können nicht akzeptiert werden und sind deshalb abzulehnen.
  • Schriftliche Darstellung (1/2 A4 Seite) über das Prüfungsstück
  • Dazu jeweils eine technische Zeichnung mit Bemaßung, auch eine Computer-Zeichnung ist zulässig.
  • Eine Auflistung der 32 Stunden und der Stunden für die vorgefertigten Teile mit Unterschrift des Meisters.
  • Fotokopien der Darstellungen zum Verbleib beim Prüfungsausschuss

Das Gesellenstück

 

Zeit

: 32 Stunden

Metalle

: Silber, Gold, Platin

Fassung

: ungefasst, keine Steine beilegen

Oberfläche

: gebimstes Stück, nur unzugängliche Stellen dürfen poliert werden

In der Woche, wo das Gesellenstück gefertigt wird, erscheint 1-2 mal ein Schaumeister unangemeldet im Ausbildungsbetrieb.

Die mündliche Prüfung

Sie ist eine Ergänzungsprüfung, die nur dann stattfindet, wenn die Gesellenprüfung dadurch bestanden werden kann.

 


 

 

Die überbetriebliche Ausbildung

 

1 Thema der Unterweisung
   Einführung in die Umformtechnik der Gold- und Silberschmiede, Teil I, Lehrgang G-GS1/11

 2 Allgemeine Angaben
  
Lehrgangsdauer: 1 Arbeitswoche
   Teilnahme: Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr

 3 Stoffplan

3.1 Gestaltungsübungen
      P
ositiv- und Negativformen als Gestaltungselemente Zusammensetzen konstruktiver und freier Formen

 3.2 Grundlagen der Umformtechnik

 3.3 Richten, planieren und spannen nach gegebenen Maßen

 3.4 Auftiefen von Hohlformen in Holz, Blei und Stahl
      Auftiefen eines Hohlkörpers nach gegebenen Maßen

 3.5 Verformen von Streifen in Bögen oder S-Formen mit dem Hammer

 3.6 Verformen durch Auftreiben, Auftiefen und Stauchen von Fassungen



 1 Thema der Unterweisung
   
Einführung in die Umformtechnik der Gold- und Silberschmiede, Teil II, Lehrgang G-GS2/11

 2 Allgemeine Angaben
  
Lehrgangsdauer: 1 Arbeitswoche
   Teilnahme: Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr

 3 Stoffplan

 3.1 Querschnittverformung bei Vierkant- oder Rundstäben,  Querschnittverformung bei Ringschienen
      Herstellen von querschnittverformten Funktionsteilen, z.B. Griffen

 3.2  Herstellen von Zierornamenten an Hohlkörpern in Treibkitt

3.3 Zusammenfügen der gefertigten Teile unter Berücksichtigung von Laser- und
      Punktschweißverfahren

 


1 Thema der Unterweisung
   Oberflächengestaltung mit dem Stichel,Lehrgang GS1/11

 2 Allgemeine Angaben
  
Lehrgangsdauer: 1 Arbeitswoche
   Teilnahme: Auszubildende ab 2. Ausbildungsjahr

 3 Stoffplan

3.1 Gestaltungsübungen
     
Entwerfen und Übertragen von Ornamenten
      Zusammensetzen von Reihungen und Gruppierungen

 3.2 Herrichten der Werkzeuge
 
     Übungen an der rotierenden Scheibe und am Abziehstein

 3.3 Schneidübungen
      Handhaben verschiedener Stichelarten bei der Ausführung von geraden und kurvenförmigen Schnitten

 3.4 Gravierübungen
      Verschneiden von geraden und gebogenen Flächen
      Flächengravuren und Buchstabengravuren in der Ebene
      Einsatz von pneumatischen Sticheln
      Einsatz von Lasergravuren
      Arbeiten mit einem Mikroskop

 


1 Thema der Unterweisung

   Ausgewählte Gießverfahren, Lehrgang GS2/11

 2 Allgemeine Angaben
   Lehrgangsdauer: 1 Arbeitswoche
   Teilnahme: Auszubildende ab 2. Ausbildungsjahr

 3 Stoffplan

 3.1 Gestaltungsübungen
      Entwerfen von Modellen
      Anfertigen von Modellen
      Entwerfen und Anfertigen von Modellen unter Einsatz von CAD-/CAM-Techniken

 

3.2 Historische Gießverfahren
      Ossa-Sepia-Guss, Sandguss
      Herstellen von zwei- und dreiteiligen Gussformen
      Ausgießen

 

3.3 Schleuder- und Vakuumguss
      Modellherstellung über Gummiformen
      Vorbereitungsarbeiten für den Guss, vorwärmen, gießen

 


 

1 Thema der Unterweisung
  
Fassen von edlen Steinen von Hand und mit technischer Unterstützung, Lehrgang GS3/11

 

2 Allgemeine Angaben
  
Lehrgangsdauer: 1 Arbeitswoche
   Teilnahme: Auszubildende ab 2. Ausbildungsjahr

 

3 Stoffplan

3.1 Herrichten und Handhaben der Werkzeuge

 

3.2 Justieren mit Stichel und Fräser

 

3.3 Antreiben von Fassungen
      Vorarbeiten durch Fräsen und Justieren
      Andrücken und Antreiben

 

3.4 Verschneiden von Fassungen
      Verschiedene Verschnitt-Techniken bei Fassarbeiten kennen und anwenden

 

3.5 Fassen von Steinen
      Übungen im Fassen von edlen Steinen in verschiedenen Verschnitt-Techniken
      beim Einsatz von pneumatischen Sticheln
      beim Einsatz mit einem Mikroskop